Selbstbewusst auftreten – mehr als Rhetorik und Körpersprache

Selbstbewusst auftreten – mehr als Rhetorik und Körpersprache

Selbstbewusstes Auftreten – das ist unbestritten einer der Erfolgsfaktoren, um ernst genommen zu werden und andere zu überzeugen. Für deine berufliche Weiterentwicklung musst du immer wieder andere von dir und deinen Projekten überzeugen – im Bewerbungsgespräch, in der Gehaltsverhandlung oder ganz alltäglich im Meeting.

Du schaust dir den Artikel lieber als Video an? Kein Problem 🙂

Kennst du das? Du sitzt in einem Meeting und einer drängt sich ständig in den Vordergrund, unterbricht andere, nur um dann zu sagen, was schon mal jemand gesagt hat. Er spielt seine Projekte auf und das, was damit alles Welt bewegendes geleistet wurde. Nur die Fehler und Schwachstellen werden runtergespielt. Für so ein Standardthema hättest du doch nicht das Wort ergriffen – geschweige denn es dermaßen in den Himmel gelobt. Sowas machst du jeden Tag. Selbstverständlich, das ist ja auch dein Job.

Muss man wirklich SO sein, um selbstbewusst aufzutreten und sich beruflich weiter zu entwickeln? Und dann hörst du kurz darauf genau von dieser Person, dass sie befördert wurde.

Wie reagierst du? Folgende Phasen habe ich immer wieder beobachtet – auch an mir selbst:

Du regst dich erstmal auf über diesen Typen, weil er sich so aufspielt und über dein Unternehmen, weil er damit auch noch durchkommt und seinen Chef – wie blind ist der denn, oder sind nicht sogar alle, die es hier zu was bringen so.. boah, dann will ich das echt nicht.

Wissen die Kollegen eigentlich schon, was da abgeht? Und wie er sich im letzten Meeting aufgespielt hat. Das seht ihr doch genauso..?! Soviel Gerede und nichts dahinter. Merkt der das gar nicht?

Aber ehrlich, wenn das hier so läuft. Dann mach ich hier keine Karriere. Dafür brauch ich auch nicht jede Woche Überstunden machen und immer schön zuverlässig den Themen der anderen zuarbeiten, nur damit sie sich dann am Ende selbst dafür feiern. Da bleib ich lieber bei meinem Job, dann verdien ich eben etwas weniger – aber dafür geb ich mich nicht her.

 

Okay, das ist jetzt etwas pointiert dargestellt, vielleicht kennst du aber auch einen Teil der Phasen von dir: Du würdest dich beruflich gerne weiterentwickeln, aber in deinem Unternehmen kommt man nur weiter, wenn man sich aufspielt und in den Mittelpunkt drängt? Dich so zu verbiegen möchtest du aber definitiv noch weniger als deine Träume zu verwirklichen. Daher bleibst du lieber (erstmal) da, wo du gerade bist…

Die Alternative – selbstbewusst auftreten

Aber ist es wirklich so? Sind wirklich alle im Unternehmen, die gefördert und befördert werden solche Wichtigtuer? Oder fallen dir nicht auch wirklich tolle Manager ein, die ihren ganz eigenen Stil haben und sich ihren Respekt und ihre Position wirklich verdient haben. Ich kenne einige bewundernswerte Beispiele in meinem Unternehmen, wo echte Fachkompetenz, Wertschätzung und Humor ehrlichen Respekt verdienen.

Was, wenn beides geht? Wenn du dich beruflich weiterentwickeln kannst UND dabei so sein kannst, wie du bist – ohne dich zu verbiegen, ohne dich aufspielen zu müssen? Wenn du selbstbewusst auftreten kannst, ohne dich in den Mittelpunkt drängen zu müssen?

Das bedeutet für mich Selbstbewusstsein. Nicht ein oberflächliches oder gar aufdringliches „Ich bin die Beste!“. Sondern ein unverzerrtes „Ich bin mir meiner selbst bewusst.“ – eine ehrliche Auseinandersetzung mit mir selbst. Es kommt nicht darauf an, ob ich tolle Präsentation vor vielen Menschen halten kann oder mich von vermeintlich Wichtigeren nicht einschüchtern zu lassen. Es ist nicht entscheidend, die Perfekte zu sein, die nie an sich zweifelt. Sondern genau diejenige zu sein, die ich bin – mit meiner Erfahrung, meiner (beruflichen) Geschichte, meiner Persönlichkeit.

Um wirklich selbstbewusst auftreten zu können, muss ich mich mit mir selbst auseinandersetzen. Ich muss meine Stärken und Schwächen kennen, meinen persönlichen Stil, mit dem ich am erfolgreichsten bin. Weil es auf diese Art genau zu mir passt.

Manch eine macht es laut mit einem Schlag auf dem Tisch und einer klaren Ansage. Eine andere leise mit wenigen netten Worten. Jede auf ihre eigene Art und Weise, wie es ihr entspricht. So bringt sie ihre Stärke zum Strahlen. Und genau so bringst auch Du Deine Stärke zum Strahlen.

Okay, aber wie geht das denn jetzt Schritt für Schritt?

 

1.  Kenne deine Stärke

Kennst du deine beste Überzeugungsstrategie? Vielleicht denkst du jetzt: Ich habe doch gar keine Strategie. Ich bin doch eher die, die oft nachgibt. Mag sein. Doch jeder überzeugt andere, den ganzen Tag. Deinen Freund, dass du die neuen Schuhe wirklich brauchst. Eine Freundin, selbstbewusst einen neuen Schritt zu wagen. Dich selbst für ein Stück Schokolade.

Du überzeugst den ganzen Tag andere! Und du wendest dazu eine einzigartige Strategie an. Deine Überzeugungsstrategie. Die mit der Du dich wohl fühlst und die genau bei dir super funktioniert.

TIPP  Schau mal genau hin. Denn wenn du deine Strategie kennst, die du natürlicherweise im Privaten anwendest, wird es dir viel leichter fallen deine Strategie zu finden, mit der du auch im Job andere überzeugen kannst.

 

Beruflich ist man nämlich schnell dabei zu überlegen, wie „man“ professionell auftritt, was sich gehört, was nicht. Darf ich humorvoll sein? Ist das Gespräch in der Kaffeeküche auch Teil meiner Erfolgsstrategie? Entscheidend ist nur, ob es funktioniert. Wenn du auf diese Art Kollegen von deinen Themen überzeugst, dann ist die Strategie super. Wenn du dich dabei auch noch wohl fühlst – perfekt! Deswegen in der nächste Punkt so wichtig:

 

2.  Schätze deine Stärke wert

Du hast herausgefunden, wie du eigentlich bist und wie du andere überzeugst. Jetzt ist die nächste Herausforderung, das nicht klein zu reden. Wenn du gut darin bist, dich informell im Unternehmen zu vernetzen und kein klassisches Meeting brauchst, um jemanden um seine Unterstützung zu bitten. So what? Ist das weniger professionell und dein Erfolg dann weniger wert? Wenn du es schaffst mit Humor und Leichtigkeit ein Meeting aufzulockern, damit konstruktiv neue Lösungen gefunden werden können – super! Das brauchen sooo viele Meetings! Das ist ganz und gar nicht selbstverständlich, wenn du das schaffst.

Schätze deine Stärke wert. Im wahrsten Sinne des Wortes: Sieh den WERT deiner Stärke. Ja, in manchen Situationen mag das auch kontraproduktiv sein, wie du die Dinge angehst. Doch oftmals sind unsere Schwächen einfach die Kehrseiten unserer Stärken.

Nehmen wir das Beispiel: Jemand ist sehr strukturiert und organisiert. Sie scheint jede Situation managen zu können und hat möglicherweise für alles eine perfekte Liste, um somit niemals den Überblick zu verlieren. Aber was passiert in Situationen, die viel Spontanität und Flexibilität verlangen, wenn plötzlich nichts mehr nach Plan verläuft? Oh je, da bleibt keine Zeit für‘s Listenschreiben. Chaos und Panik. Ist es jetzt gut oder schlecht, strukturiert und organisiert zu sein? In der einen Situation ist es eine Stärke, in der anderen vielleicht auch eine Schwäche.

Deshalb ist es hilfreich, ab und zu die Perspektive zu wechseln. Dann wird aus dem „Warum bin ich immer so langsam und überhaupt nicht spontan?“ ein wertschätzendes „Genau deshalb kann ich gut organisieren und kann Struktur in ein Chaos bringen“. Meine Stärke wertzuschätzen bedeutet erstmal, sie so anzunehmen, wie sie ist.

Ich persönlich kenne diese Herausforderung nur zu gut… Ich bin von Haus aus ein Mensch mit vielen Ideen und voller Tatendrang. Wenn ich vor lauter Begeisterung entschieden habe kurzfristig einen Workshop zu leiten, mir aber noch keine Gedanken über die zahlreichen Details dafür gemacht habe, kann es durchaus mal etwas chaotisch hergehen. Da kommt dann manch anderes erst mal zu kurz…

Nicht selten passiert es, dass mein erst frisch aufgeräumtes Büro schnell wieder unordentlich aussieht… wie ärgerlich. Um dieses Problem zu beseitigen, könnte ich anfangen Listen zu führen. Da das aber nicht wirklich mir passt, müsste ich mich jedes Mal dazu zwingen. Und wahrscheinlich würde es sogar meinen Tatendrang ausbremsen und viele Ideen, die ich aktuell zwar chaotisch, aber begeistert umgesetzt bekomme, würde ich vielleicht nicht mehr angehen. Nein, ich weiß um meine Schwäche und ich schätze meine Stärke. Ich suche mir z.B. eine gut strukturierte Kollegin, mit der ich zusammenarbeiten kann. Und statt mich dann darüber zu ärgern, dass sie anders arbeitet als ich, weiß ich ihre Stärke zu schätzen.

Das ist die Basis für dein selbstbewusstes Auftreten: Kenne deine Stärke und schätze sie wert!

 

3.  Tritt selbstbewusst auf

Wenn ich weiß, wie ich ticke und sehe, welchen Wert ich so für meine Arbeit und mein Team stifte. Dann kann ich selbstbewusst auftreten. Dann kann ich mich zu Wort melden, ohne mich zu fragen, ob ich zu sachlich rede. Denn vielleicht ist das meine Stärke, die ich ins Team einbringe. Gleichzeitig muss ich mich nicht über den emotionalen Kollegen ärgern, denn das ist seine Stärke.

Statt mich über meine Schwächen (und die der anderen) zu ärgern, konzentriere ich mich auf meine Stärken. Und damit meine ich nicht: „Naja so bin ich halt… das liegt eben in meiner Natur, daran kann man nichts ändern. Love it – or leave it.“ Ganz und gar nicht. Ich versuche die beste Version von mir selbst zu sein, indem ich meine Stärken UND meine Schwächen annehme. Denn erst, wenn ich wirklich davon überzeugt bin, das ich gut bin, wie ich bin, kann ich mich weiterentwickeln. Dann kann ich wahrnehmen, ob ich manchmal mit meiner schnellen Art einen Kollegen überrumple und beim nächsten Mal darauf achten. Nicht weil ich nicht so begeistert sein darf und anders werden MUSS. Sondern weil ich so sein darf, wie ich bin, KANN ich auch anders.

Dann kann ich

  •                           mich im Meeting selbstbewusst zu Wort melden – in einer intensiven Diskussion, wenn ich merke, ich habe eine ganz andere Meinung und deshalb sonst lieber ruhig wäre.
  •                           das Gespräch mit meinem Chef suchen – wo ich sonst zu viel Angst hatte, eine Chance wahrzunehmen.
  •             meine Ziele angehen – auch wenn ich nicht genau weiß, was die anderen sagen – oder noch schlimmer: was sie denken.

Und ja: das manchmal leichter gesagt als getan. Es gibt Dinge, die mich zurückhalten können. Meine Lieblingsmetapher dazu kommt aus der Bibel: Stell dein Licht nicht unter einen Eimer, sondern such dir einen Lampenständer. Was sind deine Eimer?

Was hält dich aktuell davon ab, selbstbewusst aufzutreten? Vielleicht Überzeugungen wie

  • Wer erfolgreich sein will, muss auch professionell auftreten.
  • Wenn ich etwas Dummes sage, nehmen mich die anderen nicht mehr ernst.
  • Ich habe bei so etwas immer schon Schwierigkeiten gehabt.
  • Arbeit muss anstrengend sein, wenn sie gut sein soll.
  • Wer viel verdient, dem sind andere egal.
  • Ich will nicht undankbar oder egoistisch sein.

Was könnte ein Lampenständer für dich sein?

  • Wenn ich XY geschafft habe, kann ich das auch.
  • Wer sich selbst und andere ernst nimmt, wird auch ernst genommen.
  • Die Arbeit, in der ich gut bin, macht auch Spaß.
  • Ohne Fehler lernt man nichts.
  • Ich habe diesen Job, weil ich gut darin bin.

Solche Überzeugungen sind oft ganz subtil und es ist dir möglicherweise gar nicht bewusst, dass du so denkst. Aber sie können wie ein Eimer wirken, der dich zurückhält. Es beeinflusst, ob du dich im Meeting zu Wort meldest. Wenn du überzeugt bist, dass du nichts falsches sagen darfst, um ernst genommen zu werden, wirst du wahrscheinlich gar nichts sagen. Du wirst nicht, um eine Gehaltserhöhung bitten, wenn du glaubst, das wäre undankbar oder egoistisch. Dir deiner Überzeugungen bewusst zu werden, ist daher der erste und wichtigste Schritt. Denn Glaubenssätze, die dich hindern, kannst du ändern.

TIPP Lies die Sätze einmal laut vor. Welcher geht dir leicht über die Lippen? Welcher fühlt sich falsch an? Nimm den Satz mit, der dich ermutigt, selbstbewusst deinen Weg zu gehen. Sag ihn dir ganz bewusst vor dem nächsten Meeting oder schwierigen Gespräch, in dem du selbstbewusster auftreten möchtest.

Es kostet Mut und am Anfang etwas Überwindung. Mut im englischen ist courage von cor (lateinisch für Herz). Es ist mutig mein Herz, meine Persönlichkeit zu zeigen. Aber wenn ich das tue, werde ich strahlen, mein Potenzial entfalten und weiter kommen, als ich das für möglich halte. Während es gleichzeitig ganz leicht wird.

Hab Mut. Zeige dich wie du bist – und strahle. Es ist es wert. Denn was ist der Preis, wenn du es nicht tust?

Da willst du hin?

Los geht's
Ich bin Jenna van Hauten.
 
Seit 6 Jahren arbeite ich in einem internationalen IT-Unternehmen. Ich habe mich trotz Quereinstieg, Elternzeit, Teilzeit und sonstiger (vermeintlicher) Hindernisse, schneller beruflich weiterentwickelt als ich das unter Standardbedingungen für möglich gehalten hätte.
 
Heute teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen im Coaching und Kursen. Ich möchte dich darin begleiten, selbstbewusst deinen eigenen Weg zu gehen und deine beruflichen Ziele zu erreichen. Denn das ist nicht nur persönlich erfüllend, sondern macht auch die (Unternehmens-)Welt zu einem besseren Ort!

 

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Überzeugend verhandeln – mit dem richtigen Mindset

Überzeugend verhandeln – mit dem richtigen Mindset

Saßt du schon einmal in einem Entwicklungsgespräch oder einer Gehaltsverhandlung und statt der Erfolge, die du in deinen Projekten bereits hattest, denkst du nur an das Meeting, das gerade eskaliert ist? Eigentlich hattest du dich auf das Gespräch vorbereitet, seit Wochen geht es dir im Kopf herum und im entscheidenden Moment fällt dir nichts ein, weswegen gerade DU eine Gehaltserhöhung bekommen solltest. Doch statt dich jetzt nochmal darüber zu ärgern, habe ich eine Erklärung für dich, warum es dir und mir und auch schon vielen anderen so ging. Und ich habe einen Tipp, mit dem du bei deiner nächsten Verhandlung souverän überzeugen wirst.

Vielleicht kennst du diesen Effekt nämlich auch aus einer ganz anderen Situation. Schauen wir mal ein drastisches aber dafür eindrückliches Beispiel an, das wahrscheinlich jede von euch schon mal erlebt hat: Die Trennung einer Beziehung. Eine Lebensphase, die dazu ermutigt, wirklich alles in einem schlechten Licht zu sehen und nicht nur die ehemalige Beziehung, sondern auch vorherige Beziehungen und mich ganz grundsätzlich komplett zu hinterfragen. Ich habs schon wieder vergeigt. Jede Beziehung setz ich in den Sand. Schon wieder hab ich einen Typen vertrieben. Und auch im Job läuft alles beschissen. Ich bin einfach nicht da wo ich sein will. Meine Freundinnen sind mittlerweile schon alle verheiratet und haben Kinder und sind beruflich erfolgreich und so glücklich mit ihrem Partner – nur ich bin offensichtlich nicht für Beziehungen gemacht. Ich kann einfach nicht gut mit meinen Gefühlen umgehen, bin zu emotional. Deswegen werde ich wohl auch beruflich nicht ernst genommen. Das wird wohl alles nie etwas…

Und wenn du schon einmal in einem solchen Loch warst, indem du Tage lang nicht mehr aus dem Haus wolltest, weißt du wie grundsätzlich solche Krisen werden können. Und wie man in einer solchen Situation gut gemeinten Worte, das „alles wieder gut wird“ und so weiter…. der Freundinnen wirklich nicht glaubt. Es ist wie so eine farbige Brille, die alles Gute in deinem Leben und an dir ausblendet und du siehst nur noch das Schlechte.

Aber warum erzähl ich dir davon? Eigentlich wolltest du doch einen Tipp für dein nächstes Gespräch zu deiner Weiterentwicklung oder einer Beförderung. Ich erzähle dir dieses Beispiel, weil du bestimmt auch das Gegenteil kennst: Nämlich die rosarote Brille, in der überall die Sonne scheint und alles plötzlich zu klappen scheint, sich alle Dinge so wunderbar entwickeln, dass du das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht kriegst, weil du so verliebt bist, dass bestimmt auch alles andere im Leben super wird! Denn du hast so tolle Freunde und dein Job macht plötzlich richtig Spaß und die Projekte laufen.

Es ist das Mindset, das den Unterschied macht! Oder die Brille. Oder das worauf du gerade deine Aufmerksamkeit richtest. Denn so funktioniert unser Gehirn. Daher

1. Sei dir deiner Brille bewusst!

 

Bin ich glücklich fällt mir nur Gutes ein und traurig oder frustriert sehe ich nur noch das Schlechte. Der Blick auf mich und meine Situation ist durch meine aktuelle Stimmung gefärbt, das was ich gerade erlebt habe. Manchmal reicht sogar der ewig graue Himmel oder der strahlenden Sonnenschein, um meine Stimmung und wie überzeugt ich von mir bin beeinflussen. Schon erzähle ich mir meine Geschichte anders. Wie kam ich dahin, wo ich heute bin? Durch Zufall, durch Fleiß, durch Talent? Sehe ich gerade meine Stärken oder fallen mir nur meine Schwächen ein, wenn ich an meine bisherige Laufbahn denke?

Klar – jeder hat beides! Projekte, die richtig super liefen. Fähigkeiten, die wirklich wertvoll sind. Aber auch Meetings oder Präsentationen, in denen ich völlig auf dem Schlauch stand. Die Frage ist, was fällt mir in dem Moment ein, in dem ich jemanden von meinen Fähigkeiten überzeugen möchte? Und bin ich in dem Moment auch selbst davon überzeugt, dass ich die Gehaltserhöhung oder die Beförderung verdient habe. Denn sonst bin ich schnell dabei meine Leistungen einzuschränken, „eigentlich kann ich..“, „ich habe aber auch schon..“, „es lief doch ganz gut“. Oder habe „ich habe dieses Thema gelöst“, „das Meeting souverän geleitet“ und „effektiv einen Mehrwert geleistet“.

Und es geht mir nicht darum Formulierungen auswendig zu lernen! Denn nicht die exakten Worte überzeugen dein Gegenüber. Sondern der Ton macht die Musik. Du wirst überzeugend von innen heraus, weil du selbst überzeugt bist, dass du super Arbeit geleistet hast. Ohne dabei aufgesetzt protzen zu müssen. Ohne die Arbeit von anderen schlecht zu machen. Und auch ohne deine Leistung klein zu reden.

 

2. Erinnere dich an deine Erfolge!

Wenn du dazu neigst, dass du dir alles Schlechte super merken kannst und dagegen deine Erfolge schneller vergisst: Schaff ein Gegengewicht! Schreibe beispielsweise mal jeden Tag auf, was gut lief. Worauf bist du heute stolz? Was hast du richtig gut hingekriegt? Über welche positive Rückmeldung hast du dich gefreut? Vielleicht wird es am Anfang ganz schön ungewohnt sein und dich auch etwas Überwindung kosten. Aber es wird Gewohnheit werden und dir immer leichter fallen. Und wenn du vor einem wichtigen Gespräch stehst, dann holst du dein “Erfolgstagebuch“ nochmal raus. Erinner dich an deine Stärken und Fähigkeiten und wo du sie in verschiedensten Situationen gezeigt hast.

So kannst du deine Zweifel überwinden, selbstbewusst ins Gespräch gehen und von innen heraus überzeugen – weil du selbst überzeugt bist.

Du möchtest dich damit noch etwas ausführlicher beschäftigen? Dann lass uns sprechen, wie ich dich dabei unterstützen könnte:

Warum eigentlich nicht?

Ich schätze an unserer Zusammenarbeit, dass Jenna von ganzem Herzen bei der Sache ist und mich auf dem Weg unterstützt, die beste Version meiner Selbst zu werden. Sie arbeitet sehr strukturiert um die Fäden beisammen zu halten, behält aber gleichzeitig ihre Kreativität bei der Lösungsfindung. Vielen Dank für deine Unterstützung und deine Lebensfreude und dass du einfach DU bist! Ich hoffe ich habe die Ehre noch lange mit dir zusammenzuarbeiten.
mit Herz
Lisa
Corporate Development Manager
Life isn't waiting, it's about learning to dance in the rain (Vivian Green). Bei Jenna im Coaching darf ich lernen im Regen zu tanzen. Ich darf mich im Hier und Jetzt weiterentwickeln und nicht die Zeit mit warten zu verbringen. Danke für die unglaublich liebevolle, kompetente und individuelle Unterstützung.
mit Herz
Alessa
Erzieherin

So macht Frau Karriere – inspiriert von den FrauenWirtschaftsTagen

So macht Frau Karriere –  inspiriert von den FrauenWirtschaftsTagen

Letzte Woche war ich bei den FrauenWirtschaftsTagen 2019 und habe mich von tollen Frauen inspirieren lassen. Sie sind alle auf ihre Art erfolgreich (geworden) und haben uns an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Ich möchte diese Inspiration und Gedanken heute mit dir teilen, um auch dich für deine Ziele zu motivieren.

Vorgestellt haben sich unter anderem eine Bereichsleiterin in der IT bei Bosch, eine ehemalige Abteilungsleiterin im Mittelstand, die jetzt Professorin für Informatik ist und eine Sängerin, die ebenfalls in einem sehr männerdominierten Umfeld arbeitet. Außerdem hat eine Unternehmerin mit über 20 Jahren Erfahrung berichtet, die Geschäftsführerin einer Messe, sowie die 1. Hafendirektorin eines deutschen Binnenhafens und eine Partnerin der KPMG. Eine bunte Mischung, beeindruckende Persönlichkeiten und sehr individuelle Karrierewege. Was wollen sie jüngeren Frauen mit auf den Weg geben?

 

„Ich werd‘ das Ding rocken“

Ein Thema, das fast alle dieser Frauen immer wieder betont haben: Trau dir was zu! Frag dich bei einem neuen Job nicht: Kann ich das schon? Sondern „Kann ich das lernen?“ Ganz nach Pippi Langstrumpf: “Das habe ich vorher noch nie versucht, also bin ich sicher, dass ich es schaffe!“

Spannend fand ich zum Beispiel, wie die Informatikerin damals Abteilungsleiterin wurde und erst im Bewerbungsgespräch bemerkt hatte, dass es sich dabei um eine Führungsposition handelte. Auf der Stellenausschreibung stand 1000 PCs, aber da sie nicht wusste, was das bedeuten solle, hatte sie es ignoriert und nun ging es um etwa 100 Mitarbeiter. Sie ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, bekam die Stelle und nahm die Herausforderung an.

Oder eine zweite beeindruckende Frau, die erzählt: Als Juristin des Hafens kannte sie bereits seit einigen Jahren die Geschäfte des Hafens gut. Als dann die Stelle des Hafendirektors überraschend neu besetzt werden musste, war klar, dass sie sich bewerben würde. „Ich wusste, dass das mein Job ist! obwohl sich auch noch andere beworben hatten…“

Wo möchtest du dir Neues zutrauen? Oder um ein Bild aus dem Vortrag Female leadership einer Professorin der HS Pforzheim zu verwenden: Was denkst du, was du kannst? Und was kannst du alles tatsächlich?

Gerade am Anfang ihres Informatik-Studiums saß sie oft in den Vorlesungen und hat gar nichts verstanden. Ein ganz simpler Satz ihrer Mutter hat sie dabei immer wieder begleitet „Andere kochen auch nur mit Wasser.“ Und sie wusste, dann kann sie das auch lernen.

 

Netzwerken, Mentoring und von anderen Lernen

Denn gleichzeitig muss sie nicht alles selbst lernen, sondern hat sich auch immer wieder Rat eingeholt von anderen und dabei viel gelernt, auch später in ihrer Führungsrolle. Wer in deinem Umfeld kann schon, was du lernen willst?

Bei KPMG war es ein offizielles Mentoring-Programm, das genau das gefördert hat: von denen zu lernen, die schon weiter sind. Und gleichzeitig auch sich selbst bewusst Zeit zu nehmen, um die eigenen Ziele zu reflektieren, sich genau zu überlegen, wo möchte ich weiterkommen, in welchen Punkten möchte ich mich weiterentwickeln.

 

Sei du!

Dazu haben mich besonders die Worte der Sängerin inspiriert, wie sie mit der manchmal aufkommenden Unsicherheit umgeht, um auf der Bühne trotzdem konzentriert, leistungsfähig und ganz bei sich sein zu können.

Ich muss ICH sein, um in meiner vollen Kraft zu sein.

Dieses unglaubliche Bewusstsein für die eigenen Ziele, die eigene Stärke und gleichzeitig auch die eigene Schwäche hat mich sehr beeindruckt. So hatte sie sich nach einigen Jahren bewusst gegen weitere Jobs im Fernsehen entscheiden. Suche dir eine Umgebung und umgib dich mit Menschen, die dir gut tun. Denn was Erfolg für dich bedeutet, kannst nur du selbst herausfinden.

Und auch die Bühne, auf der sie eine Rolle spielt, in die sie manches eben auch nicht mit nimmt, zum Beispiel ihren inneren Kritiker, wie ihn eine der anderen Frauen aus der Runde nannte. Denn auch wenn die innere kritische Stimme in vielen Situationen ihren Platz hat. Jeder hat auch noch andere Stärken in seinem inneren Team – vielleicht die Kreative, die Gelassene, die Strukturierte, die Begeisterte. Welche Seite in dir möchtest du in welcher Situation lauter werden lassen?

In diesem Sinne, denke groß, glaub an dich, suche dir Unterstützer*innen und bleib in allem ganz du selbst!

im Urlaub in den Bergen im Schnee

Ich bin Jenna van Hauten und habe als Psychologin den Quereinsteig in einem internationalen IT-Konzern gewagt. Als Business Coach ist es mein Anliegen, Frauen darin zu unterstützen ihre unverwechselbaren Stärken kennen zu lernen und im Unternehmen sichtbar zu machen.

Folge mir auf den sozialen Medien oder trag dich in meinen Newsletter ein und du bekommst weitere Gedanken und Tipps, um deine beruflichen Ziele authentisch und souverän zu erreichen.